Der Anfang ist Bewegung

Bewegung unterstützt unsere Knochen, Muskeln, Faszien, Gelenke, Knorpel und verringert auch die Entzündungslast in unserem Körper. Der moderne Mensch lebt heute im Ungleichgewicht. Hochkalorisches Essen, eine zu hohe Mahlzeitenfrequenz, zu viel „Sitzzeit“ und zu wenig erholsamer Schlaf führen dazu, dass wir immer unbeweglicher, müder und kranker werden.

spielende Kinder – © Robert Collins, by Unsplash

Die Macht der Muskeln – Immunmetabolismus

Der Mensch besitzt rund 650 Muskeln. Diese kommunizieren mit anderen Strukturen in unserem Körper, steuern diese und wirken sogar auf unser Gehirn. Diese Kommunikation erfolgt durch Myokine (hormonähnliche Botenstoffe), die durch Bewegung in der Muskulatur gebildet werden. Myokine – die Apotheke in unserem Körper

Myokine zählen zum Immunsystem. Seit 1997 wurden 600 verschiedene Myokine entdeckt. Je stärker die Muskeln beansprucht werden, je mehr funktionelle Muskulatur ein Mensch besitzt, desto mehr Myokine werden produziert. Myokine stoßen Folgeprozesse in unserem Körper an. Sie können Entzündungen stoppen und regulieren die Immunabwehr.

Die daraus folgenden Stoffwechselvorgänge brauchen ausreichend Ressourcen. Entscheidend dafür sind Ernährung, Darmgesundheit, Atmung, Schlaf sowie gefüllte Nährstoffspeicher — zum Beispiel Magnesium, Vitamin D und Aminosäuren.

Viele Prozesse in unserem Körper werden erst durch Bewegung aktiviert. Eine Basis zur Behandlung von Krankheiten ist Bewegung. Angefangen von Kardiovaskulären Erkrankungen, Arthrosen, Autoimmunerkrankungen, Lungenerkrankungen, Darmerkrankungen bis zu Neurologischen Erkrankungen, Depression und vieles mehr. Zu wenig Bewegung ist somit eine der Hauptursachen für die meisten Zivilisationskrankheiten.

Traue keinem Gedanken, der Dir im Sitzen kommt.

Friedrich Nietzsche

Die Selbstheilungskräfte durch Bewegung stärken

Bewegung ist kein Hobby, sondern sollte ein Grundbedürfnis sein. Ab dem 35. Lebensjahr nimmt unsere Muskelmasse kontinuierlich ab. Muskelfasern werden durch Fettgewebe ersetzt. Die Anzahl der Blutgefäße verringert sich und die Verknüpfungen zwischen Nervenzellen und Muskelfasern verkümmern. Die Folge: Es werden weniger Myokine produziert. Was kann man dagegen tun?

Frau geht über Bergwiese -  © Randa Hodum

Wer rastet, der rostet

Für ein möglichst langes und gesundes Leben sollte man sich regelmässig bewegen und sich gesund ernähren. Die Erhaltung des muskulären Gleichgewichts und die Freude an der Bewegung steht dabei an erster Stelle. Eine bewegliche, kräftige Muskulatur stärkt den Körper mit all seinen Funktionen.

Wenn es einen Lebensstil gibt der uns krank macht, dann gibt es auch einen Lebensstil der uns gesund macht. Regelmässige Bewegung spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Randa Hodum Elsayed Ali